By your side-by Shingel
Kapitel 1

Ich wachte auf. Wo war ich? Es roch so anders, als bei mir zu Hause oder bei meinen Freunden, wo ich oft übernachtete. Als ich die Augen öffnete und mich umsah wurde es mir wieder klar.
Ich war im Hotel in Halle, mit meinen beiden besten Freunden, Isabell und Nick.
Ich hatte vor einigen Wochen an einem Gewinnspiel teilgenommen, bei dem man Karten für die "Wetten,dass..."-Show am 01.04.2006 in Halle gewinnen konnte. Und wer hatte sie gewonnen?! Ja, richtig, ICH!!!! Ich hab mich so gefreut, ich hatte noch nie so richtig was gewonnen, abgesehen von einer Taucherbrille bei einem Kindermaganzin. Es war zwar eine ungewöhnliche Zahl drei Karten zu verlosen, aber das war mir im Endeffekt auch egal gewesen.
ich freute mich außerdem noch so doll, weil Tokio Hotel da sein würden und ich war total der Fan von ihnen. Nick möchte die Jungs überhaupt nicht und er wollte auch erst nicht mit, aber als ich ihm erzählt hatte, dass Tom Cruse da sein wird, war er Feuer und Flamme. Er war Tom Cruse Fan, seit ich ihn kannte und ich kannte ihn schon ewig. Und meine beste Freundin Belli kam mit, weil sie die Show einfach cool fand.
"Na, bist du auch mal aufgewacht, Babe?", fragte Nick mich frech. Wie ich bei meinen Freunden zu dem Spitznamen Babe gekommen war, weiß ich nich mehr, aber sie nannten mich alle so; Manchmal saogar Leute aus unserer Schule, die ich gar nich recht kannte. Ich war eben überall als Babe bekannt und nicht als Marlene.
"Washeißt hier erst aufgewacht?", gähnte ich."Naja, es ist schon fast 12Uhr und ihr zwei Mädels wolltet doch noch shoppen gehen. Und wie ich dich kenne brauchst du wieder 1 1/2 Stunden bist du fertig bist zum Losgehen und mindestens 3-4 Stunden zum Shoppen. Das heißt wiederrum, ...du solltest dich einbisschen beeilen." Ich schaute ihn verdutzt an, er kannte mich wirklich gut. Also sprang ich unter die Dusche, zog mich an und ging mit Nick und Belli shoppen. Zum Frühstück musste ich mir was in der Stadt kaufen, denn ich hatte das Hotelfrühstück verschlafen.
Nach einigen Stunden und nach vielen Umkleidekabienen hatten wir unsere Outfits für den Abend gefunden und machten uns für die Show fertig. Belli zog ein kurzes, sehr enges schwarz-rotes kleid mit großem Ausschnitt an. sie hatte, im Gegensatz zu mir, wenigstens das Dekolltee dazu. Dazu schwarze Pums mit kleinem Absatz und dunkelroten Schmuck. Nick hatte sich eine neue Jeans mit verschiedenen Waschungen und ein cooles Shirt mit Jacke gekauft. Ich war nicht so chick wie Belli, sondern mehr partymäßig angezogen. Ich hatte einen zienlich kurzen Jeansmini, hochhackige Stiefel und ein rückenfreies Glitzertop an. Fertig geschminkt und gestylt machten wir uns mit unseren Karten auf den Weg. Belli und ich hackten uns bei Nick ein und wir quatschten die ganze Zeit. Wir alle waren aufgeregt, weil wir zu den Showkarten auch noch Aftershowpartykarten hatten.

Kapitel 2

Die Show war im vollen Gange und es war einfach nur hammer giel. Ok, die Wetten waren teilweise ein bisschen blöd, aber der Rest war sau geil. Als TH performten, flippten Belli und ich völlig aus. Bill sah so süß verstrubbelt aus... wie ein kleines Küken. Als dann Tom Cruse da war, war auch Nick vollends begeistert. Und wenn ich mich nicht getäuscht hab, hat er, also Nick, bei "Rette Mich" mitgesungen.
Also nach dieser geilen Show war es Zeit für Party!!! Ich hoffte so, dass ich TH treffen würde, aber alle VIPs waren im VIP-Bereich...meno! Aber egal, dacht ich mir und feierte was das Zeug hielt. Wir 3 tanzten wild und irgendwann war Nick mit einam Mädel verschwunden. Als ich Belli fragend ansah, wo Nick denn wohl hin wolle, war das freudige Funkeln in ihren Augen erloschen. Es kam mir vor als würde sie gern das Mädchen sein, mit dem Nick jetzt innig knutschte. Aber nein! Doch nicht Belli! Ich mein Hallo?! Belli und Nick? Meine beiden besten Freunde.
Nach einiger Zeit bekam ich höllisch Durst und verdrückte mich an die Bar. Belli war Nick suchen gegangen... Ich bestellte mir ein Cap, als ich auf einmal eine warme Hand auf meinem Rücken spürte... "Na Süße? So allein... Soll ich dir was ausgeben?", hörte ich eine mir irgendwie bekannte Stimme. Also wirklich... auf so ne blöde Anmache konnte ich echt verzichten, besonders als diese Hand, die wohl zu demKerl gehörte, der mich gerade angemacht hatte, immer weiter runter zu meinem Po wanderte.
Ohne mich großartig umzudrehen motzte ich zurück:"Für wen hälst du mich eigentlich! Das ich auf so nen bescheuerten Spruch reinfalle!" Als ich mich dann schließlich umdrehte, schaute ich in wunderschöne haselnussbraune Augen.

Kapitel 3

Ja genau die hasselnussbraunen Augen von TOM Kaulitz von Tokio Hotel!!! Ich musste wohl total bescheuert ausgesehen haben, als sich die eben noch co schlagfertige marlene auf einmal total eingeschüchtert in den Augen von Tom verlohr und dabei rot wie eine Erdbeere würde. "T...t...tschuldigung...", stotterte ich leise. "Ach Quatsch macht doch nix! Warte hier kurz, ich komm noch mal und versuch n anderen Spruch!", antwortete Tom immer noch so frech. ich schaute ihn fragend an, doch er drehte sich um und kam nach ein paar Schritten wieder auf mich zu und meinte:"Hey du! ich bin der Tom und ich würd dich gern bei nem Drink kennen lernen." Jetzt war ich echt total perplex. Ich fing an zu grinsen und er lachte:"Na, war die Anmache besser?" "Ja, viel besser. ... Aber willst du nich auch wissen wie ich heiße?" "Doch....ähm...klar! Wie heißt du den, Schönheit?" "Ich heiße Marlene. Aber eigentlich bin ich eher unter Babe oder Mähne bekannt." "Ah...schöner Name, Babe", grinste er.
Wir unterhielten uns noch eine ganze Weile, bis er meinte:"So, jetzt muss ich dir aber mal meine Kumpels vorstellen." Er nahm mich an die Hand und führte mich in den VIP-Bereich. Der war echt mal schön. Überall waren kleine Sitzecken mit Couchen und Sesseln. In eine dieser Ecken führte Tom mich "Ey Jungs", erhob er seine Stimme gegen die Musik. "Ich will euch jemanden vorstellen. Das ist Marlene, sie ist 15 und ich hab sie eben kennen gelernt. Sie will aber Babe oder Mähne genannt werden. Also Babe, das ist mein Zwilling Bill und hier die beiden lustigen Typen sind Georg und Gustav. Da drübe der Kerl da, der mit der Frau rumknutscht, das ist David mit seiner Freundin Evilin.." ich begrüßte alle und setzte mich dann zwischen Bill und Tom. Ich konnte es nicht glauben, ich war bei Tokio Hotel und unterhielt mich mit ihnen wie mit meinen Freunden, die ich schon ewig kannte.
ich spürte oft die Blicke der Jungs auf meinen Beinen und dem Rest meines Körpers. Der Abend wurde sehr lustig und ich schaffte es sogar alle vier jungs auf die Tanzfläche zu bekommen, obwohl Bill mir sagte er kann und mag nich tanzen.
Als ich ihnen später sagte, dass ich TH-Fan sei, kam eine drückende Stille auf. "Ähm....du bist Tokio Hotel Fan?", brach Gustav das Schweigen "Ja,....aber das macht doch nichts, oder?", fragte ich leicht verunsichert. Die Jungs tauschten komische Blicke aus "Naja, weißt du.....das macht eigentlich nichts nur....es gibt "Fans", die uns deshalb ausnutzen, Verstehst du?" "Du meinst, also ich hab mich nur mit euch angefreundet, weil ich eure berühmtheit ausnutzen will?", fragte ich einbissen entsetzt. Jetzt schaltete Tom sich ein "Ach nein!! So meinen wir das gar nich! Ich meine....ach lassen wir das, ok?"
Der restliche Abden verlief dann wieder recht entspannt, obwohl ich mir teilweiße doch ein bissen dumm vor kam. Georg hatte das wohl gemerkt und ging mit mir auf die Tanzfläche wo wir veil Spaß beim Tanzen hatten.
Als wir nach einigen Liedern wieder zu den anderen kamen, war dieStimmung wieder total gut und alles negative war vergessen. Auf einmal überkam mich die Müdigkeit und ich ließ meinen Kopf auf Bills Schulter sinken, wobei er leicht, fast unmerklich zusammen zuckte. "Du Bill? Wie viel Uhr ist es den?", fragte ich schläfrig.Er kramte sein Handy aus der Hosentasche und meinte:"Viertel nach zwei." ich schreckte auf:"Ach du Scheiße!!! Es ist schon viertel nach zwei??!!! sorry Jungs aber ich muss jetzt gehen.....!" "Hä, wieso den auf einmal so eilig?!", fragte mich Tom verdutzt. "Na ich bin hier doch noch mit Belli und Nick!! Und ich hab ihnen gar nich gesagt wo ich bin und...na die machen sich jetzt bestimmt schon total die Sorgen, wo ich steckt!!!" "Mit Nick?", fragte Tom skeptisch "Wer ist den Nick und....ähm....wie hieß das mädchen noch gleich?" "Belli. Nick und sie sind meine beiden besten Freunde.", sagte ich und stand auf. "Hey, also der Abdend war echt total schön mit euch und ihr seid vier super liebe und nette Jungs. Gar nich so schlimm, wie es oft in der Presse geschreiben wird. Ich muss jetzt, aber leider gehen,....ach und danke für die Drinks." Ich schaute noch mal in die Runde und wollte gerade gehen, als ich plötzlich wieder diese warme, zarte hand pürte. doch dieses Mal nicht an meinem Rücken, sondern an meinem Handgelenk. es war natürlich Tom, der mich sacht auf die Couch zurück zog und mich mit seinem super süßen Dackeblick anschaute."Ähm...gibst du mir vielleicht deine handynummer?", fragte er vorsichtig. ich schaute ihn an und wollte schon JA sagen, doch da wurde mir klar, dass ich meine Nummer gar nicht auswendig konnte.Aber da kam mir eine Idee...

Kapitel 4

„Ich geb dir meine Adresse und meinen ganzen Namen. Und wenn ich es dir wert bin und nicht nur irgendein Mädchen für dich war, dann kriegst du mit meinen Angaben meine Festnetznummer raus. Wenn du dann bei mir anrufst, hast du bewiesen, dass ich dir irgendwie doch ein bisschen wichtig war oder bin. Und dann, ja dann geb ich dir auch meine Handynummer. Einverstanden?!“ Ich schaute ihn kess an und ich glaube er wusste gar nich so richtig was er darauf antworten sollte, denn mit so was hatte er nicht gerechnet „Ich…ähm…okay einverstanden.“, grinste er mich an. Ich nahm den Stift, den er mir hinhielt und schrieb ihm meine Adresse und meinen vollen Namen, also mit Nachname, auf den Arm. Dann beugte ich mich vor und gab ihm schnell einen ganz sanften Kuss auf die Wange und flüsterte: „Meld dich bei mir! Ich warte auf dich.“ Ich sah, selbst in diesem abgedunkelten Raum, dass er ein bisschen rosa wurde. Dann anderen Jungs gab ich auch noch einen Kuss auf die Wange und sog ihre guten Düfte ein. Mann rochen die alle gut, aber Bill am besten ;-)))
Ich ging die Treppe vom VIP-Bereich in den Partyteil für normalsterbliche zurück und suchte mit den Augen den Raum ab. Aber ich konnte in dem Getümmel weder Nick noch Belli finden. Langsam überkam mich eine leichte Panik. ’Verdammte Scheiße, warum hatte ich auch mein Handy nich dabei!!!’, dachte ich leicht verzweifelt.
Ich wusste nicht weiter, also fragte ich erst einmal ein paar Leute, ob sie Belli oder Nick gesehen hatten. Doch meine Beschreibung musste wohl ziemlich schlecht gewesen sein, denn niemand konnte mir etwas zu den beiden sagen. Vielleicht hatten sie auch alle keine Lust ihren Grips n bisschen anzustrengen um mir zu helfen,…egal!!! Leicht verzweifelt machte ich mich ich mich auf den Weg zur Toilette, vielleicht kam mir ja da eine gute Idee. Als ich in das überfüllte Klo kam hörte ich auf einmal ein leises Wimmern. Erst hörte ich weg, weil ich nicht dachte das ich diese wimmernde Person kannte, doch dann kam mir dieses leise Weinen doch bekannt vor. Ich ging langsam zu der Klotür hin, wo ich das Weinen vermutete und fragte zaghaft: “Belli? Belli, bist du das?!“…

Kapitel 5

Das Weinen hörte kurz auf und mit erstickter Stimme hörte ich Belli schluchzen: „ Geh weg!! Lass mich hier einfach sitzen und heulen!!“. „Hey Belli, ich bins Mähne!! Bitte mach die Tür auf! Was ist den passiert?“. „Ach lass mich doch einfach….!“ Ihre Tränen verschluckten ihre Stimme. Ich redete noch ein bisschen beruhigend auf sie ein bis ich das leise klicken im Türschloss hörte. Belli hockte zusammengekauert und mit angezogenen Beinen auf dem Klodeckel und weinte bitterlich. Ihre ganze Schminke war verlaufen und im Gesicht verteilt. Ich kam in die Kabine, schloss sie ab und nahm Belli ganz fest in die Arme. „Och Belli-Maus, was ist den passiert? Bitte sag doch was los ist!“ Belli nahm sich zusammen und schluchzte: „Nick, dieses Arschloch…!“. Die Tränen unterdrückten ihre Stimme. Es ging also um Nick. Hatte ich doch das richtige Gefühl gehabt, das sie was für Nick empfand. Sie fing wieder an: „…. Er hat irgend so eine scheiß Schlampe geküsst. Obwohl er weiß das ich ihn liebe. Ich bin ihm doch nachgegangen, als du zur Bar bist. Und als er mich gesehen hat,…..dann hat er auch noch seine Hand unter ihr Shirt geschoben und sie immer heftiger geküsst…..“ Sie konnte die Tränen nicht länger zurückhalten und sie strömten wieder wie Bäche über ihre Wangen. Belli weinte so heftig, dass ihr ganzer zierlicher Körper zitterte. Ich nahm sie ganz fest in den Arm und flüsterte: „Es wird alles wieder gut, es wird alles wieder gut, Süße. Beruhig dich bitte wieder, es wird alles wieder gut.“ Nach einer Weile hatte sie sich wieder beruhigt und erzählte mir, dass sie schon lange in Nick verliebt war. Vor kurzen hatte sie es ihm gebeichtet und er meinte er würde auch was für sie empfinden, doch wollte er noch warte, da er sich noch nicht im Klaren war wie stark seine Gefühle zu ihr waren. Sie konnte es einfach nicht verstehen, warum er das getan hatte, vor ihr irgend so ein dahergelaufenes Mädchen zuküssen. Ich konnte Nick auch nicht verstehen und ich wunderte mich auch warum Belli mir nichts davon erzählt hatte, was sie für Nick empfand. Aber ich wollte ihr in dem Moment keine Vorwürfe machen, da es ihr gerade so schlecht ging. Ich meinte dann zu ihr, dass es langsam Zeit würde ins Hotel zurück zufahren, da es inzwischen bestimmt schon 3 Uhr sein würde. Belli protestierte heftig, dass sie mit der verlaufenen Schminke und ihren zerzausten Haaren wohl schlecht raus könne, doch ich meinte nur, dass sie sich auch nicht ewig auf einem WC in einem Club in Halle verstecken konnte. Dann erst stimmte sie mir zu ins Hotel zu fahren. Aber bevor wir gingen brachten wir ihr Aussehen noch relativ in Ordnung. Sie bat mich schließlich noch, dass ich Nick nichts davon erzählen sollte, da es ihr nicht recht war, wenn er dachte sie wäre so abhängig von ihm und nur auf ihn fixiert. Ich war einverstanden und versprach es ihr. Ich rief uns ein Taxi mit dem wir ins Hotel kommen würden. Während der Fahrt schlief Belli auf meiner Schulter ein.
Im Hotel teilten wir uns zu dritt ein Zimmer. Als wir unser Zimmer betraten, lag Nick quer auf Bellis Bett, unausgezogen und schnarchend. Unter normalen Umständen hätten ich voll los gelacht und Belli sicher auch, aber jetzt war das irgendwie halt nicht möglich. Wir machten uns Bett fertig und Belli fragte mich ob sie die Nacht mit bei mir im bett schlafen dürfe. Natürlich dürfte sie, sonst hätte sie ja im einzigen freien Bett schlafen müssen, und das war ja Nicks… Arm in Arm schliefen wir ein. Doch bevor ich vollends in die Welt meiner träume verfiel nahm ich mir zwei Dinge vor
1. Mit Nick über Belli reden, auch wenn ich es Belli versprochen hatte es nicht zu tun und
2. den beiden von meinem Erlebnis auf der Party zu berichten.
Mit gemischten Gefühlen schlief ich ein….

Kapitel 6

Am nächsten Morgen wachte ich für meine Verhältnisse früh auf. Es war so gegen 10 Uhr. Belli schlief noch, aber Nick war nicht mehr im Zimmer. Ich beschloss mich auf die Suche nach ihm zu machen, also duscht ich mich, zog mich an und schminkte mich.
Als in den Frühstücksbereich des Hotels trat, sah ich Nick alleine an einem Tisch sitzen. Ich trat zu ihm und meinte:“ Guten Morgen, Nick! Wie war gestern dein Abend, wenn ich fragen darf?!“ Ich musste wohl ziemlich ironisch oder sogar ein bisschen feindselig geklungen haben, denn er schaute mich mit traurigen Augen an, in den eine Spur von Angst lag. „Frag besser nicht. Ich habe gestern den größten Fehler meines Lebens gemacht…“ Ich schaute ihn an und mit einem Mal empfand ich mehr Mitleid für ihn als Ärger. „Ich hab es Belli versprochen, nicht mit dir darüber zu sprechen, aber wieso hast du ihr das angetan?! Wie konntest du sie nur so verletzen? Ich mein, du wusstest doch über ihre Gefühle bescheid, oder etwa nicht?!“ „Scheiße man!! Ich wusste, was sie für mich empfand. Ich wusste aber nicht, wie sich damit umgehen sollte und dann war da dieses geile Mädchen…..ich habe mit ihr rumgemacht, aber mehr war da nicht. Und als ich das Mädel geküsst habe, habe ich ncihts, aber auch wirklich nichts gefühlt….ich musste nur an Belli denken. Dann wurde mir klar, dass ich eben gerade den größten Fehler meines Lebens gemacht habe!“ ich war wirklich verblüfft, was Nick da gesagt hatte. So etwas hätte ich nicht von ihm erwartet. Und ich sah eine Träne in seinen Augen aufblitzen, doch er schluckte sie runter. „Und…und was hast du dann gemacht, als du gemerkt hast was du da grad getan hast?“, fragte ich ihn. „Ach nichts….ich bin ins Hotel gefahren und hab mir dank der Minibar in unserem Zimmer die kante gegeben. Und na ja bin dann wohl auf Bellis Bett eingepennt.“ „Ja, das haben wir auch gemerkt als wir ins Zimmer kamen…“ „Babe, was soll ich den jetzt machen? Isabel will jetzt doch sicher nicht mehr von mir wissen….!“Ich bemerkte seine Verzweiflung “Du weißt du was…an deiner Stelle würde ich einfach noch mal mit ihr reden, aber sag nicht, dass wir schon miteinander gesprochen haben, ok?“ Er stimmte mir zu und verschwand auf unser Zimmer um mit Belli zu reden.
Jetzt hatte ich wieder Zeit für mich und ich erinnerte mich an den schönen teil des gestrigen Abend, als ich Tokio Hotel traf. An Toms wunderschöne braune Augen, an den Tanz mit Georg, an Bills super guten Geruch und an Gustavs Humor, der einfach zum schießen gewesen war. Ich war so in Gedanken, dass ich gar nicht bemerkte, wie vor mir plötzlich jemand stand. Es waren Nick und Belli, Hand in Hand. „Du Mähne, …. Wir müssen mal mit dir reden…“, fing Belli an. „Nick und ich haben uns ausgesprochen und na ja …...wir sind jetzt zusammen.“ Ich glaube sie mussten lange auf eine Antwort von mir warten, denn ich war doch irgendwie ein bisschen überrascht. Na ja ich mein es war schon irgendwie klar, dass die beiden zusammen kommen, aber dass das jetzt so schnell ging…“Oh…ähm….da freu ich mich aber für euch zwei….“, presste ich eine Antwort hervor mit einem gequältes Lächeln.
„Ist alles in Ordnung? Du siehst grad so blass aus kommst du mit der Situation dann klar?“, fragte mich Nick mit einem leicht besorgtem Unterton. „Ja klar…mir geht’s bestens. Ich hab nur noch nicht gefrühstückt und da wurde mir eben etwasmulmig zu Mute“ Nach dem wir zu dritt gefrühstückt hatten, unsere Zimmer geräumt und aus dem Hotel ausgecheckt hatten, machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof. Denn heute würden wir wieder mit dem Zug nach Hause fahren, nach Frankfurt am Main. Es gab noch keine passende Gelegenheit den beiden von meiner gestrigen Bekanntschaft zu berichten. Die bot sich erst, als wir zusammen im Zug saßen. „Wisst ihr, was mir gestern passiert ist?“, fragte ich die beiden um etwas Spannung in die Situation zu bringen. „Nein, was den? Hast du jemanden kennen gelernt?“, grinste Belli. „Ja so kann man das sagen. Ich werde euch auch erzählen, aber nur wenn ihr mir versprecht mich nicht aus zu lachen und mir zu glauben.“ „natürlich glauben wir dir. Und ausgelacht haben wir dich noch nie und würden das auch nie tun. Auch nicht wenn du uns erzählen würdest du hättest gestern den Weihnachtsmann persönlich getroffen.“
Ich erzählte ihnen die ganze Story. Von Toms Anmache bis zur Sache mit der Handynummer und der Adresse. „Du hast ihm echt deine Adresse aufgeschrieben? Warum nicht deine Festnetznummer? Du hast doch deinen eigenen Anschluss.“, wollte Nick wissen „Na ja weiß du ich wollte und will nicht einfach nur ein Mädchen von vielen sein. Und außerdem war ich total aufgeregt.“ „Meinst du er meldet dich bei dir?“, fragte Belli mich skeptisch. „Ich weißes nicht. Aber ich hoff es…“ Wir redeten noch ein bisschen darüber, doch ich merkte schon, dass meine beiden freunde nicht wirklich daran glaubten, dass sich Tom bei mir meldete. Aber ich glaube fest daran, dass wir uns wieder sehen werden. Irgendwann einmal, ganz sicher!!!!


Kapitel 7

Es waren in der zwischen Zeit einige Monate vergangen. Belli und Nick hatten Recht behalten. Tom hatte sich nicht bei mir gemeldet. Das hätte ich mir auch denken können, das ich nur irgendein Mädchen von vielen gewesen war mit dem er einen netten Abend verbracht hatte. Ich dachte oft und gerne an den Abend zurück, aber dann überkam mich oft der Gedanke, dass wenn ich nicht so sexy angezogen gewesen war, hätte mich Tom bestimmt nicht angesprochen. Manchmal hatte ich auch den absurden Gedanken, dass wenn ich mit ihm geschlafen hätte, dass er sich dann vielleicht bei mir gemeldet hätte. Ich wusste es schlichtweg nicht und das Leben ging auch ohne ihn weiter. Ich sah ihn und die anderen Jungs oft im TV, bei Preisverleihungen oder bei Interviews.
Belli und Nick warten waren immer noch zusammen. Durch ihre Beziehung kam unsere dreier Freundschaft etwas zu kurz, zumindest kam es mir so vor. Immer öfter machten nur noch die beiden was zusammen, was natürlich auch verständlich war. Aber ich fühlte mich immer öfter wie das dritte Rad am Fahrrad.
Das verlängerte Wochenende rückte immer näher und ich freute mich einfach mal auf ein paar freie Tage. Ich wollte dann endlich mal wieder was mit Belli und Nick alleine machen, doch so weit kam es gar nicht, denn meine Mutter hatte andre Pläne mit mir, was ich an diesem Wochenende zu tun hatte. Das erfuhr ich am Dienstagabend beim Abendessen.
„Also, Marlene“, fing meine Mutter an, mit der ich eigentlich immer recht gut auskam, was auch daran lag, dass sie mich sehr jung bekommen hat und jetzt erst 36 Jahre alt war. „Ich habe vorhin mit meiner Schwester telefoniert, sie ist doch vor kurzen erst nach Magdeburg gezogen. Und als wir uns so unterhalten haben, hat sie den Vorschlag gemacht, ob du nicht vielleicht am verlängerten Wochenende zu ihr fahren möchtest. Ich mein sie ist ha deine Patentante und ihr Mann und die Kinder würden sich sicher auch freuen. Du bist doch immer so gut mit den drei Kleinen ausgekommen.“ Also das war jetzt schlichtweg gelogen. Meine Tante war wirklich total nett und ich mochte sie wirklich gern, aber ihre Kinder!!!! Arrrrgh, mit denen kam ich ja mal so was von überhaupt nicht aus. Sie hatte Drillinge, Max, Lilly und Mona. Eigentlich find ich die drei so ganz süß, aber sie sind so was von anhänglich und unendlich frech. Sie waren gerade in die Schule gekommen und die Lehrerin, die sie zubändigen hatte, tat mir immer noch leid. Sophie, wie meine Tante heißt, war oft total mit den Kindern überfordert, weil ihr toller Mann Phil ständig auf Geschäftsreisen ging und alle häusliche Arbeit an Sophie hängen blieb. „Aber Mom, ich wollte das Wochenende doch mit Nick und Belli verbringen. Seit die beiden zusammen sind sehe ich sie immer seltener…“ „Ach Schatz, das mit eurer Freundschaft, das renkt sich schon wieder ein, da bin ich mir sicher. Aber dieses Wochenende, do möchte ich, dass du bitte zu Sophie und ihrer Familie fährst. Die freuen sich doch alle schon so auf dich. Du warst da so lange nicht mehr und jetzt wo sie umgezogen sind, kannst du ihnen beim Einrichten des neuen Hauses helfen, verstehst du? Sophie braucht dich jetzt mehr als Belli oder Nick.“ Na Toll, also daher wehte der Wind!! Ich sollte meiner Tante also unter die Arme greifen, was Kinder und Haushalt anging. Meine Mutter hatte das wohl schon alles fest ausgemacht und brauchte nur noch mein OK. Und ey, das regte mich mal grad auf, von wegen Belli und Nick bräuchten mich grad nicht! Nein, Ich brauchte sie!! Ich wollte wieder mit meinen freunden los ziehen, so wie früher und nicht ständig mit einem turtelndem Pärchen rumhängen. „Verdammt Mom“, wurde ich lauter. „ich will nicht zu Sophie! Zumindest nicht dieses Wochenende. Ich hab da keine Zeit, es ist alles schon durch geplant….“ „Oh doch, da hast du Zeit!! Weil ich mit Sophie ausgemacht hab, dass du sie besuchen kommst. Sie ist schließlich meine Schwester und gehört zur Familie...“ „Ja richtig! Sie ist deine Schwester und nicht meine. Warum fährst du nicht zu ihr und hütest ihre drei ungezogenen Gören?! Und hörst dir Geschichten über ihrem Mann an, der sie wieder einmal auf der letzten Geschäftsreise mit der Sekretärin betrogen hat!!“ Ich merkte, dass ich in dem Moment meine Mutter sehr verletzt hatte, aber manchmal dreh ich halt einfach durch bei so was. Besonders, wenn jemand, in dem Fall meine Mutter, einfach über meinen Kopf hin weg Entscheidungen fällt, die mich betreffen. Meine Mutter antwortete mir mit wutverzehrten Gesicht aber mit bedacht ruhiger Stimme: „Ich werde mit deinem Vater und Vali nach Stuttgart zu deine Großeltern fahren. Dort wird nämlich dein Bruder das verlängerte Wochenende verbringen. Dein Vater und ich werden uns mal eine Auszeit von dem ganzen stress hier nehmen und fahren nach Wien in ein Erholungswochenende. Ich denke, dass haben wir beide mal verdient.“ Ich schaute meine Mutter an. Ja, dieses Erholungswochenende hatte sie sich wirklich mal verdient und es wird ihr auch gut tun. „Tut mir leid Mom. Aber du weißt doch, dass ich es nicht mag wenn man über meinen Kopf weg irgentetwas entscheidet, was ich eigentlich u entscheiden hätte. „Ja, mir tut es auch leid, Schatz, dass hätte ich wirklich wissen müssen. Ich dachte halt nur du würdest dich freuen mal wieder zu Sophie zu fahren. Das hast du doch schon immer gern gemacht, als du klein warst. Aber ich sehe du bist nicht mehr so klein. Es ist nun deine Entscheidung, ob du lieber weg fährst oder was mit deinen Freunden machst. Du weiß ja was ich dazu sage,…“ Ja, das wusste ich. Ich entschied mich später dazu, zu Sophie zu fahren, denn da hatte meine Mutter recht, das mit Nick und Belli konnte ich auch ein anderes mal klären. Als ich Belli erzählte, dass ich das Wochenende bei meiner Tante in Magdeburg verbringen würde und deshalb nichts mit ihr und Nick unternehmen konnte, kam es mir ein bisschen so vor, als ob sie sich innerlich freuen würde, dass sie das ganze Wochenende alleine mit Nick verbringen konnte. Konnte mir auch egal sein…

Kapitel 8

Direkt nach der Schule führ ich am Mittwoch mit dem ICE nach Magdeburg. Die Fahrt verbrachte ich damit zu lesen und zu schlafen. Mir grauste es schon davor das ganze Wochenende mit drei kleinen Erstklässlern zu verbringen. Endlich nach ca. 3 Stunden Zugfahrt war ich angekommen. Meine Tante holte mich mit den drei Kindern am Bahnhof ab. Sie hielten ein Schild in den Händen auf dem in krakeliger Kinderhandschrift HERZLICH WILLKOMMEN IN MAGDEBURG stand. Irgendwie fand ich das ja süß. Meine Tante hatte nicht nur ihre Kinder dabei, sondern auch einen Hund. Seit wann hatte Sophie den bitte ein Hund?! Ich kam auf die kleine Gruppe zu und begrüßte sie. Meine Tante nahm mich in den Arm und meinte: „herzlich Willkommen meine Süße! Wir haben uns so lange nicht mehr gesehen.“ „Ja, das ist wahr. Ich freu mich auch wieder mal bei euch zu sein“, antwortete ich ihr und gab Mona, Lilly und Max ein Küsschen auf die Wangen. „Ähm … seit wann habt ihr den einen Hund?“, Wollte ich wissen und kraulte den besagten Hund hinter den Ohren. Lilly antwortete mir mit ihrer kindlichen pieps Stimme: „Das ist der Tim“ und Max quakte dazwischen: „Den ham wir schon ein halbes Jahr oder so… der ist ganz lieb und spielt mit mir immer Fußball. Der Tim mag mich eh am liebsten von uns.“ „Gar nicht! Du Blödmann…der Tim ist mein Hund“, protestierte Mona. „Kinder jetzt hört aber auf“, schaltete sich meine Tante dazwischen. „Der Tim hat euch alle gleich lieblieb und er ist UNSER Hund. Er gehört uns allen!!“ Na, super. Ich war vielleicht 10 Minuten da und schon der erste Streit, wie sollte ich das nur 4 tage lang aushalten, dachte ich mir und half meiner Tante die drei Kids vom Hund weg zu ziehen und an die Hand zu nehmen. „Ach Babe, ich bin ja wirklich so froh, dass du gekommen bist“, meinte meine Tante, die mich wie meine Freunde auch Babe nannte „Phil ist mal wieder auf Geschäftsreise…“, sagte sie zu mir mit einem viel sagendem Blick. Mit dem Auto fuhren wir vom Bahnhof zum Haus von Sophie. Es lag ein Stück außerhalb der Innenstadt, doch war es wohl mit Bus- und Bahnverbindungen nicht von der Außenwelt abgeschnitten. Man sah an diesem Haus, dass Phil verdammt viel verdiente; Es war ein Haus wie eine Villa mit großem Garten und gigantischem Pool. Nachdem Sophie mir das Haus und das ganze dazugehörige Gelände gezeigt hatte, führte sie mich in mein Zimmer. „Das ist eins unserer Gästezimmer, das schon komplett renoviert ist.“, meinte sie und zeigte mir die Ausstattung des Zimmers. „ Hier hast du einen Fernseher mit DVD- Player , Musikanlage und deinem eigenen Telefonanschluss. Ich hoffe du fühlst dich bei uns wie zu Hause.“ Da staunte ich nicht schlecht „Bor, das Zimmer ist echt der Hammer und total schön. Danke ich wird mich hier bestimmt wohl fühlen.“ „Das freut mich zu hören. Ich wird jetzt mal Abendessen machen. Denn die Kiddy’s müssen bald ins Bett.“, sagte sie zum Schluss noch und ging in Richtung Tür. Meine Mutter hatte mir eingebläut Sophie zu unterstützen wo ich nur konnte, sie hätte zurzeit viel um die Ohren, deshalb fragte ich: „Kann ich dir vielleicht helfen? Oder soll ich mich mit den Kleinen beschäftigen?“ „Ach nein, das musst du nicht machen. Du hattest eine anstrengende Fahr und jetzt richte dich erst einmal in deinem Zimmer ein. Du kannst auch duschen gehen wenn du willst. Dein eigenes Bad hast du hier drüben.“ Sie führte mich rüber. Und ich war vollkommen überwältigt. Es war ein Riesenbad mit Dusche, Badewanne und Spiegel in dimensionaler Größe. „Ich richte das Essen auf ca. in einer Stunde, passt das?“ „Ähm…ja klar…ich komm dann runter.“ Sophie ging in die Küche und ließ mich allein in meinem Zimmer zurück. Es war wunderschön, alles in weiß gehalten uns in der Mitte des Zimmers an der Wand stand ein gigantisches weißes Himmelbett. In dessen “Himmel“ Wolken aufgemalt waren. Das Fenster war mit Blick in den Garten, und davor war eine gemütliche Sitzecke. Ich kam mir vor wie eine Prinzessin und staunte nicht schlecht wie meine Verwandtschaft so lebte.
Schließlich packte ich dann doch meinen Koffer aus und ging mich dann duschen und umziehen. Meine nassen Haare band ich zu einem Knoten zusammen. Föhnen brauchte ich sie nicht, es war ja zum Glück warm und nicht so regnerisch wie in Frankfurt, wo Belli und Nick jetzt saßen. Bei dem Gedanken an die beiden, war ich doch froh, dass ich im schönen Magdeburg war.
Das Abendessen verlief soweit recht ruhig, abgesehen von einigen kleinen Streitereien der Kiddy’s, wer jetzt welches Stück gurke oder Salamibrot bekam. Nach dem Essen half ich Sophie die Küche aufzuräumen und Max, Mona und Lilly ins Bett zu bringen. Nach dem es endlich etwas ruhiger im Haus geworden war, machte Sophie uns einen Tee und wir setzten uns ins geräumige Wohnzimmer um ein bisschen zu quatschen. „Wie sieht das eigentlich jetzt mit dir und Phil aus, wenn man fragen darf?“, wagte ich die riskante Frage. „Wie meinst du das?“, stellte meine Tante skeptisch die Gegenfrage. „Nadja, ich mein, wie sieht es so zwischen euch aus. Also Mom hat mir das mit euch erzählt, dass es in letzter Zeit nicht so gut gelaufen ist und so.“, ich wusste nicht recht, ob das eine gute Idee gewesen war, Sophie so direkt darauf anzusprechen. Aber mehr als das Gespräch abzulehnen konnte sie ja auch nicht. „Ach so hast du das gemeint“, fing die an „Ich hoffe es wird besser in nächster zeit. Als er mich mit seiner hinterhältigen Sekretärin betrogen hatte, war ich kurz davor, die Scheidung einzureichen. Doch ich brachte es nicht übers Herz und ich konnte das den Kindern ja auch nicht antun. In einer gespaltenen Familie aufzuwachsen ist keine so schöne Erfahrung.
Na ja nach einigen längeren Gesprächen, zwischen uns beiden, einigten wir uns auf einen Neuanfang. Das heißt, wir haben unser altes Haus in Berlin verkauft und ich hab meine Stelle als Kosmetikerin gekündigt. Wir wollen hier in Magdeburg noch mal von ganz vorne anfangen. Ich hab vor kurzem mein eigenes Kosmetikstudio aufgemacht und wir haben dieses haus gekauft. Die drei Kleinen gehen hier in die erste Klasse und haben sich gut eingelebt. Zu unserem Glück haben wir uns noch Tim zugelegt. Er ist wirklich ein total kinderfreundlicher, unkomplizierter Hund.“, sie streichelte den Labradormischling hinter den Ohren, der zu unseren Füßen lag. Ich war echt erstaunt über das, was meine Tante eben erzählt hatte. Ich hatte von ihr wohl immer ein falsches Bild gehabt. Sie war nicht die eingeschüchterte Sophie, die alles für ihren Mann Phil tun würde. Nein, sie war eine selbstständige junge Mutter, die sehr stark war. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie ich reagiert hätte, wenn ich herausgefunden hätte, das mein Mann oder besser gesagt mein Freund mich betrogen hätte. Ich war wirklich beeindruckt von ihr. „Sophie, ich wünsch euch so, dass der Neuanfang hier klappt. Ich bin mir sicher das es nur noch besser werden kann.“ Das besiegelten wir mit einer Umarmung.
Wir unterhielten uns noch eine Weile und beschlossen dann, dass wir am morgigen Tag an einen nah gelegenen Badesee fahren wollten.
In meinem Zimmer schlief ich dann auch ziemlich schnell in meinem super bequemen bett ein und hatte einen wunderschönen Traum. Ich träumte, ich würde Tom und Bill wieder treffen.
Ich wünschte es mir so…..

Kapitel 9

Am nächsten Morgen wurde ich durch leises Kichern geweckt. Ich öffnete vorsichtig meine Augen und sah Lilly, Max und Mona vor meinem Bett stehen. Sie alle hatten noch ihre Schlafanzüge an und jeder von ihnen hatte ein Kuscheltier im Arm. „Guten Morgen, was macht ihr den hier?“, krächzte ich noch vom Schlaf müder Stimme. „Hihi, du hast aber eine komische Stimme“, kicherte Mona „Und siehst voll verstrubbelt aus“, quakte Lilly „Und was hast du den für ein T-Shirt an?“, fragte Max. Alle drei lachten sich krumm. Ich kam mir vor, als ob ich der böse Wolf sei, aus Grimms Märchen und sie alle drei Rotkäppchen, dass fragt warum der Wolf alias Großmutter so große Augen hat. Ich antwortete ihnen: „Na hört mal, ich bin eben erst aufgestanden, wer sieht da schon gut aus? Und das T-Shirt ist ein Sleepshirt.“ Ich liebte dieses Shirt total, was ich anhatte. Es war ein Sheepworldshirt auf dem stand: Schläfst du nachts eigentlich auf deinem Bauch? Nein? Darf ich?. Nick hatte es mir zu meinem letzten Geburtstag geschenkt. Da ich nett zu den Kleinen sein wollte fragte ich sie ob sie nicht Lust hätten noch mal kurz zu mir mit ins Bett zu kommen um zu kuscheln oder so was in der Art. Sie freuten sich total und sprangen in meine Arme und unter die Bettdecke. Dann erzählten sie mir was von ihren Kuscheltieren und ich spielte mit ihnen zusammen noch ein bisschen. Bis Sophie von unten nach uns rief. „Hey, die Mama ruf“, sagte Max und krabbelte unter der Bettdecke hervor. „Jetzt gibt’s bestimmt endlich was zu futtern“, antwortete seine Schwester und die drei rannten die Treppe runter. Ich schälte mich auch aus dem bett, zog mir meinen Morgenmantel über und schlurfte meinen Cousin und seinen Schwestern hinter her in die Küche zu Sophie. Und in der tat, es gab Frühstück. Mitten beim Essen klingelte das Telefon. Sophie entschuldigte sich und ging ran. Nach dem Telefonat kam sie sichtlich beunruhigt wieder zu uns. „Das war eben meine Freundin Casse. Sie hat mir erzählt, dass ihr Mann einen Autounfall in der Nähe von Hamburg gehabt hatte. Er liegt dort jetzt im Krankenhaus und sie will natürlich zu ihm fahren. Ja und sie hat mich gebeten auf ihre beiden Kinder aufzupassen, so lange sie weg ist. Ihr Sohn geht mit meinen drei Kindern in die gleiche klasse. Und ihre Tochter ist erst 4 Jahre alt. Na ja und unter diesen Umständen hab ich ihr natürlich gesagt, dass ich auf die beiden aufpasse, solange sie ihren Mann besuchen geht. Und das heißt wieder rum, wir können leider nicht zu diesem Badesee gehen, zumindest heute nicht.“ Na toll, dachte ich mir. Heißt das jetzt etwa, dass ich den ganzen Tag mit fünf kleinen Kindern verbringen dürfte? Aber Sophie sprach weiter: „ich denke, dein Interesse mit zu fahren hält sich in Grenzen, was? Na ja und deshalb dachte ich mir du kannst mit Tim hier bleiben. Ich gebe dir einen Stadtplan und etwas Geld, dann kannst du allein mit Tim losziehen und Magdeburg unsicher machen.“ Ich war ein verstanden. Warum denn auch nicht, ich war ja schon fast 16 und mir einem Hund bewaffnet. Was sollte da schon groß passiern?
Nachdem Sophie mit den Kindern das haus verlassen hatte und mir vorher versprach am Abend wieder da zu sein, machte ich mich fertig zum Gehen. Ich schnappte mir den Stadtplan und das Geld, was mir Sophie dagelassen hatte, nahm Tim an die Leine und ging Richtung U-Bahnhaltestelle. Ich wollte in die Innenstadt. Zwar konnte ich nicht shoppen gehen, weil Feiertag war und alle Geschäfte zu hatten, aber ich konnte mir ein paar Sehenswürdigkeiten in Magdeburg anschauen.
Die Bahnfahrt bis zum Hauptbahnhof in der Innenstadt dauerte eine dreiviertel Stunde. Ich stieg aus und beschloss erst mal Schaufenster anzuschauen. Gesagt getan. Wie ich da so rumgebummelt hatte viel mir wider ein, dass Sophie mir von dem schönen Rathausplatz erzählt hatte. Also blieb ich mit dem Rücken zu einem Café stehen und kramte in meiner Tasche nach dem Stadtplan. Tim schnupperte der Weil in der Gegend herum. Ich suchte auf dem Stadtplan verzweifelt nach dem blöden Rathausplatz, als mich plötzlich eine vertraute Stimme ansprach: „Hey du! Kann ich dir vielleicht irgendwie beim Suchen helfen?“ …
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